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"Kheico" besucht das Center in Rayong (24.07.2007)

von Kheico: 

In einer Schimpansenherde wird ein altes, nicht mehr nutzbringendes Tier ausgeschlossen und verstossen. Manchmal, wenn ich den Thai-way-of-life betrachte, denke ich, dass ich mich mit dem Urleben schlechthin befasse. Nicht selten entdecke ich Parallelen, die mich ans Tierreich erinnern, einer Schimpansenherde eben nicht unähnlich.

Genau so ist es mir beim Besuch des Camillian Social Center in Rayong ergangen.

Bringt ein Mitglied in einer Thaifamilie keinen Nutzen mehr, wird es auf das Abstellgeleise geschoben. Nur der Umstand, dass den Grosseltern und den Elternlebenslanger Respekt erwiesen werden muss, hält die Thais davon ab, diese gänzlich aus dem Kreis der Familie auszustossen.

Anders sieht dies bei AIDS-Krankenaus. Da die sowieso in Kürze das zeitliche segnen, werden sie aus der Familie entfernt, das senkt ja auch die Kosten der Sippe.

Dieser Umstand hat Vater Giovanni aus dem Camillian Orden Ende 1995 dazu veranlasst, in Rayong ein Center zu eröffnen, wo HIV-Infizierte und Kranke, bei denen AIDS ausgebrochen ist, einen Platz finden, wo sie in Würde leben und sterben können.

Mittlerweile ist die Forschung nach Medikamenten gegen HIV und AIDS weit fortgeschritten, so dass die Mehrzahl der Patienten nicht rasch sterben sondern ein einigermassennormales Leben leben können.

HIV und AIDS in Kürze:

Meistens passiert es beim Geschlechtsakt und fast immer wurde dabei auf einen Schutz verzichtet. Den Viren ist es dabei gänzlich egal, ob der Übertragungsstab von oben, unten, hinten oder gar von vorne eindringt, von der aufnehmenden Körperöffnung ganz zu schweigen. Die Gründe mögen so vielfältig wie eine blühende Frühlingswiese sein. Entweder es passiert, oder es passiert nicht. Wenn es aber passiert, haben alle Menschen, die es trifft, das Gleiche.

Erst kann man es nicht ein Problem nennen, denn solange der Virus sich im HI Stadium befindet, merkt der oder die TrägerIn nichts. Darum kann sich der HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus, auf Deutsch: Menschliches Immunschwäche Virus) auch unbemerkt verbreiten. Nebenbei bemerkt, vor dem HI-Virus kann man sich schützen.

Die Probleme treten erst dann auch, wenn der HI-Virus seine Arbeit unbemerkt und über Jahre in seinem Nistplatz ausführen konnte. Typische Symptome sind gemäss Wikipedia:

Zitat:
Zitat von Wikipedia
Die häufigsten Symptome einer akuten HIV-Infektion sind (angegeben nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens)

Zitat:
Zitat von Wikipedia
[18]
  • 80 % Fieber
  • 78 % Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • 68 % Unwohlsein, Krankheitsgefühl
  • 54 % Kopfschmerzen
  • 54 % Appetitverlust
  • 54 % Arthralgien (Gelenkschmerzen)
  • 51 % Hautausschlag
  • 51 % Nachtschweiß
  • 49 % Myalgien (Muskelschmerzen)
  • 49 % Übelkeit
  • 46 % Diarrhoe (Durchfall)
  • 46 % Fieber und Ausschlag (als Kombination)
  • 44 % Pharyngitis oder Schluckschmerzen
  • 37 % orale Ulzerationen (Geschwüre im Mund)
  • 34 % Steifer Nacken (vermutlich aufgrund der auch dort befindlichen und angeschwollenen Lymphknoten)
  • 32 % Gewichtsverlust größer als 2,5 kg
  • 24 % Lichtempfindlichkeit
Manche Patienten bemerken obige Symptome jedoch nicht oder sie haben keine.
Treten die Symptome bei einer HIV infizierten Person auf, spricht man von AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome, was zu Deutsch Erworbenes Immunschwächesyndrom heisst). Medikamentös können sowohl HIV Infizierte, wie auch AIDS Kranke behandelt werden. Derzeit ist es sogar möglich, den Status von AIDS einzudämmen, dass man bei der Person wieder von HIV infiziert sprechen kann. In einigen Fällen kann der HI-Virus so bekämpft werden, dass man diesen im Blut nicht mehr nachweisen kann. Infiziert bleibt die Person aber ihr Leben lang und eine Person, die den HI-Virus in sich trägt, kann diesen auch ungehindert weitergeben. 

Wir hatten den Besuch im Camillian Social Center in Rayong schon vor geraumer Zeit in unsere Urlaubsplanung miteinbezogen. Am 24. Juli 2007 fuhren wir von Pattaya nach Rayong.

Marco, der Stellvertreter von Vater Giovanni (links im Bild) und Johnny haben uns herzlich empfangen.

Während zwei Stunden hat uns Johnny durch das Center geführt und uns so manche interessante Information zukommen lassen. Dann wurden wir zum Mittagessen eingeladen und am Nachmittag sind wir ins 5 km entfernte Haus der Jugendlichen gefahren, damit wir unsere Eindrücke abrunden konnten.

Das Center lebt von Spenden. Sachspenden sind natürlich auch willkommen, nur stellt sich mir die Frage, wie sinnvoll es ist, in der Schule eine solche hightech Anlage hinzustellen, zumal die Kinder, die krankheitsmässig derart gut dran sind, in die Öffentliche Schule gehen und nur im Center schlafen.

Meines Erachtens benötigt das Center nicht nur, aber auch Geld. Immerhin belaufen sich die Ausgaben auf 1,5 Mio Baht ... pro M